Abendliche Visualisierung des roten Aussichtsturms aus Stahl mit verglasten Obergeschossen, begrünter Dachterrasse und Besuchern unter dem offenen Erdgeschoss.
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Multifunktionaler Aussichtsturm Titz–Jackerath

Eine Landmarke für den Landschaftswandel

Titz–Jackerath, Deutschland · 2025 · Wettbewerb, 1. Preis · ensphere GmbH mit Zweering Helmus Architekten Part GmbB

Der Multifunktionale Aussichtsturm Titz–Jackerath bildet einen der ersten baulichen Impulse innerhalb der langfristigen Transformation der Tagebaulandschaft Garzweiler. Der mit dem 1. Preis ausgezeichnete Wettbewerbsentwurf versteht den Turm nicht lediglich als Aussichtspunkt, sondern als räumlichen Auftakt einer neuen Landschaft, die in den kommenden Jahrzehnten aus einer ehemaligen Industrieregion entstehen wird.

Architektur, Landschaft und zirkuläres Bauen verbinden sich zu einem identitätsstiftenden Ort, der den Wandel des Rheinischen Reviers sichtbar macht und zugleich einen öffentlichen Raum für Begegnung, Bildung und kulturellen Austausch schafft.

Frontalansicht des roten Stahlturms bei Sonnenuntergang, mit Menschen unter dem offenen Erdgeschoss und außenliegenden Treppen an einer Seite.
Der Turm in der Abenddämmerung: wiederverwendete Stahltragwerke des Kraftwerks Frimmersdorf tragen verglaste Ebenen, ein begrüntes Dach und eine öffentliche Passage im Erdgeschoss. · © Zweering Helmus Architekten Part GmbB

Landschaft im Wandel

Der Entwurf reagiert nicht ausschließlich auf die heutige Situation, sondern auf eine Landschaft, die sich erst noch entwickeln wird.

Am Rand des ehemaligen Braunkohletagebaus Garzweiler entsteht mit dem zukünftigen Garzweiler See ein neuer Landschaftsraum, dessen Transformation mehrere Jahrzehnte umfassen wird.

Der Aussichtsturm bildet den ersten dauerhaft sichtbaren Orientierungspunkt dieser Entwicklung und schafft bereits heute einen öffentlichen Ort innerhalb der zukünftigen Seenlandschaft.

Diagramm mit dem rot markierten Turm bei Jackerath und einem blauen Pfeil entlang der Sichtachse zum zukünftigen See.
Piktogramm der Blickbeziehung: Der Turm bei Jackerath öffnet eine Sichtachse zum zukünftigen Tagebausee. · © Zweering Helmus Architekten Part GmbB

Zirkularität als Entwurfsprinzip

Die Konstruktion basiert konsequent auf dem Prinzip der Wiederverwendung.

Stahltragwerke und Carportmodule des ehemaligen Kraftwerks Frimmersdorf werden demontiert, angepasst und in neuer Form wieder aufgebaut. Ihre industrielle Herkunft bleibt bewusst ablesbar und wird Teil der architektonischen Erzählung.

Ergänzt wird die Konstruktion durch nachwachsende Materialien und neue Holzelemente, wodurch Vergangenheit und Zukunft zu einem gemeinsamen architektonischen Ausdruck verschmelzen.

Schmaler Schnitt des roten Stahlturms mit Diagonalverbänden und Personen auf mehreren Ebenen.
Schnitt durch den Turm: Das wiederverwendete Stahltragwerk stapelt öffentliche Ebenen bis zur Aussichtsplattform. · © Zweering Helmus Architekten Part GmbB
Strichzeichnung des Schnitts mit Geschossbeschriftungen vom Erdgeschoss bis zur Aussichtsplattform.
Aufbau vom Pavillon im Erdgeschoss bis zur Aussichtsplattform, mit Multifunktionsraum und Gründach in den oberen Geschossen. · © Zweering Helmus Architekten Part GmbB

Freiraum als Teil der Transformation

Der Freiraum entwickelt die architektonische Idee konsequent weiter.

Terrassen, Plätze und Wege bilden den ersten Abschnitt einer zukünftigen Uferlandschaft und schaffen attraktive Aufenthaltsorte für Besucherinnen und Besucher.

Die offenen Erdgeschosszonen wirken als öffentlich zugängiges Tor zwischen der ehemaligen Tagebaulandschaft und ihrer zukünftigen ökologischen Entwicklung.

Die oberen Ebenen bieten flexible Räume für Veranstaltungen, Bildung und kulturelle Nutzungen, während die Aussichtsplattform den landschaftlichen Wandel unmittelbar erfahrbar macht.

Innenraumvisualisierung eines verglasten Saals mit langen Tafeln, Gästen und einem Paar unter einer runden Lichtdecke.
Der Multifunktionsraum in Nutzung: Ein verglaster Saal zwischen den wiederverwendeten Stahlrahmen bietet Raum für Veranstaltungen über der Landschaft. · © Zweering Helmus Architekten Part GmbB

Klimaresiliente Landschaft

Die Freiraumgestaltung verbindet ökologische Funktionen mit hoher Aufenthaltsqualität.

Eine großzügige Eingangsfläche mit artenreichen Wiesen, heimischen Gehölzen und regionalen Materialien bildet den Auftakt des Projekts.

Ein Mobilitätshub mit wiederverwendeten Solardächern, Regenwassermanagement über Mulden und Retentionsflächen sowie naturnahe Waldlichtungen mit Spiel- und Bewegungsangeboten schaffen einen robusten und klimaangepassten Landschaftsraum.

Der Entwurf versteht Biodiversität, Wasserhaushalt und öffentliche Nutzung als zusammenhängendes Freiraumsystem.

Lageplanzeichnung mit Turm, terrassiertem Platz, langer Carportzeile, Busschleife, Kreisverkehr und Baumgruppen.
Lageplan (M 1:500): Eingangsplatz und Terrassen am Turm, Mobilitätshub mit Photovoltaik-Carports und Waldlichtungen im Norden. · © ensphere GmbH
Kreisförmiges axonometrisches Diagramm mit drei beschrifteten Zonen rund um den Turm: Eingangsplaza, Mobilitätshub mit Carports und Waldlichtungen mit Spielangeboten.
Drei Zonen gliedern das Gelände: Eingang und Plaza, Parken und Mobilitätshub sowie Spiel und Landschaftsverbindung. · © Zweering Helmus Architekten Part GmbB

Eine neue Identität für Garzweiler

Der Aussichtsturm ist weit mehr als ein Bauwerk.

Er bildet den ersten räumlichen Ausdruck einer neuen Kulturlandschaft und steht exemplarisch für den Wandel von einer industriell geprägten Region hin zu einer klimaresilienten und ressourcenschonenden Zukunft.

Farbiger Schnitt des Turms mit genutztem verglastem Saal, bepflanzter Dachterrasse und Außentreppen.
Schnitt durch die oberen Ebenen: Multifunktionsraum und Dachgarten zwischen den wiederverwendeten Stahlrahmen, daneben der außenliegende Treppenturm. · © Zweering Helmus Architekten Part GmbB

Meine Rolle

Die landschaftsarchitektonische Konzeption wurde von ensphere GmbH gemeinsam mit Zweering Helmus Architekten Part GmbB im Rahmen des interdisziplinären Wettbewerbsteams entwickelt.

Als Project Manager & Landscape Design Lead bei ensphere GmbH verantwortete ich die Entwicklung und Koordination des landschaftsarchitektonischen Gesamtkonzepts, einschließlich der Freiraumstrategie, der ökologischen Gestaltung sowie der Integration der Landschaftsarchitektur in den architektonischen Gesamtentwurf.

Projektdaten

Projekt
Multifunktionaler Aussichtsturm Titz–Jackerath
Ort
Titz–Jackerath, Deutschland
Jahr
2025
Wettbewerb
Wettbewerb · 1. Preis
Leistung
Landschaftsarchitektur · Freianlagenplanung · Öffentlicher Raum
Landschaftsarchitektur
ensphere GmbH
Architektur
Zweering Helmus Architekten Part GmbB
Rolle
Project Manager & Landscape Design Lead, ensphere GmbH

Bildnachweis

Lageplan © ensphere GmbH. Perspektiven, Schnitte und Piktogramme © Zweering Helmus Architekten Part GmbB.

Alle Zeichnungen und Abbildungen verbleiben © bei den jeweiligen Büros.

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