Axonometrische Ansicht des Campus: Forschungsgebäude mit begrünten Dächern entlang einer zentralen Promenade, im Zentrum der erhaltene Wald.
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Wissenscampus der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB)

Landschaft als Trägerin von Forschung, Wissen und Begegnung

Braunschweig, Deutschland · 2025 · Wettbewerb, 3. Preis · ensphere GmbH mit DFZ Architekten

Der Wettbewerbsbeitrag für den neuen Wissenscampus der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) versteht Landschaft nicht als Freiraum zwischen Gebäuden, sondern als räumliches Gerüst des gesamten Campus. Der Freiraum wird zum verbindenden Element zwischen Forschung, Lernen, Natur und gemeinschaftlichem Leben und schafft eine Umgebung, in der wissenschaftliche Exzellenz und ökologische Verantwortung untrennbar miteinander verbunden sind.

Der mit dem 3. Preis ausgezeichnete Entwurf entwickelt einen Campus, dessen Identität aus der Landschaft heraus entsteht. Natur wird dabei nicht als Kulisse verstanden, sondern als aktiver Bestandteil des wissenschaftlichen Alltags und als wesentliche Voraussetzung für Aufenthaltsqualität, Biodiversität und Klimaresilienz.

Eine landschaftliche Mitte

Im Zentrum des Entwurfs steht eine großzügige landschaftliche Mitte, die als räumliches und soziales Herz des Campus fungiert. Sie verbindet die einzelnen Forschungsgebäude zu einem zusammenhängenden Freiraumsystem und schafft Orte für Begegnung, Aufenthalt und Austausch.

Wege, Plätze, Vegetation und Freiräume werden dabei nicht als einzelne Elemente verstanden, sondern als integraler Bestandteil eines zusammenhängenden Landschaftsraums, der Orientierung schafft und den Alltag auf dem Campus prägt.

Lageplan des Campus mit beschrifteten Gebäuden, zentralem Boulevard und dichtem Baumbestand um einen erhaltenen Wald.
Lageplan: die offene Mitte mit Teich, Gemeinschaftsgärten und Bibliothek zwischen Zeitzentrum, Ausbildungszentrum und dem erhaltenen Wissenswald. · © ensphere GmbH

Forschung im Dialog mit der Natur

Der bestehende Wissenswald bildet die ökologische Grundlage des Entwurfs und bleibt als identitätsstiftendes Element erhalten. Anstatt den Bestand zu überformen, entwickelt die Planung seine landschaftlichen Qualitäten behutsam weiter und ergänzt ihn durch kleinere Entdecker-Wäldchen, die Naturerfahrung, informelles Lernen und spielerisches Erkunden miteinander verbinden.

Die Landschaft wird damit selbst zu einem Ort des Forschens und Entdeckens.

Beschrifteter Landschaftsschnitt mit Bestandsbäumen, offener Rasenfläche, Bibliotheksgebäude und Wald, mit Höhenangaben.
Schnitt durch die offene Mitte: Bestandswald, großzügige Rasenfläche und Bibliotheks-Platz, mit dem erhaltenen Wissenswald im Herzen des Campus. · © ensphere GmbH

Promenade als Begegnungsraum

Eine zentrale Promenade durchzieht den Campus und verbindet Eingang, Forschungsgebäude und Freiräume zu einer kontinuierlichen öffentlichen Landschaft.

Entlang dieser Achse entstehen Plätze, Aufenthaltsbereiche, Bewegungsräume sowie Orte für informelles Arbeiten und Lernen im Freien. Die Freiraumgestaltung fördert zufällige Begegnungen und den interdisziplinären Austausch – jene alltäglichen Interaktionen, aus denen neue Ideen entstehen.

Beschrifteter Landschaftsschnitt mit Plätzen, unversiegelten Rasenflächen, Campusgebäuden und baumgesäumtem Boulevard.
Schnitt entlang des Boulevards: Vorplatz des Zeitzentrums, Casino-Platz mit Außengastronomie und der baumgesäumte Boulevard, der den inneren Campus rahmt. · © ensphere GmbH

Lernen im Landschaftsraum

Die Bibliothek wird als Pavillon im Park verstanden und öffnet den Lernprozess unmittelbar zur Landschaft. Gemeinschaftsgärten fördern Teilhabe und gemeinschaftliches Engagement, während gezielt platzierte Tiny Forests das Mikroklima verbessern, die Artenvielfalt stärken und geschützte Aufenthaltsorte für Menschen und Tiere schaffen.

Artenreiche Blühwiesen bilden den landschaftlichen Rahmen der neuen Gebäude und entwickeln sich im Rhythmus der Jahreszeiten. Sie schaffen wertvolle Lebensräume für Bestäuber und verleihen dem Campus eine lebendige ökologische Identität.

Axonometrischer Ausschnitt mit Bibliothekspavillon mit geschwungenem Dach, begrünten Forschungsgebäuden, Retentionsteichen und Menschen auf Plätzen.
Ausschnitt der Axonometrie: Bibliothekspavillon, Gemeinschaftsgärten, Teiche und Plätze entlang der zentralen Promenade. · © DFZ Architekten

Ein Campus für die Zukunft

Der Entwurf zeigt, wie Landschaftsarchitektur wissenschaftliche Einrichtungen weit über ihre funktionalen Anforderungen hinaus bereichern kann. Forschung, Natur und öffentlicher Raum werden zu einem ganzheitlichen Campus verbunden, der ökologische Prozesse sichtbar macht, Begegnungen fördert und langfristig zu einem resilienten und inspirierenden Wissensort wird.

Hölzernes Umgebungsmodell mit geschichteten Gebäudevolumen und Trockenpflanzen als Bäumen auf weißer Platte.
Physisches Wettbewerbsmodell des Campus-Ensembles in Holz. · © ensphere GmbH

Meine Rolle

Die landschaftsarchitektonische Konzeption wurde von ensphere GmbH in Zusammenarbeit mit DFZ Architekten als Teil eines interdisziplinären Wettbewerbsteams entwickelt.

Als Project Manager & Landscape Design Lead bei ensphere GmbH verantwortete ich die Entwicklung und Koordination des landschaftsarchitektonischen Gesamtkonzepts. Mein Aufgabenbereich umfasste die gestalterische Leitung des Freiraumentwurfs sowie die Integration ökologischer, räumlicher und funktionaler Anforderungen in ein konsistentes landschaftsarchitektonisches Gesamtkonzept.

Projektdaten

Projekt
Wissenscampus der PTB
Ort
Braunschweig, Deutschland
Jahr
2025
Verfahren
Offener, einphasiger städtebaulich-freiraumplanerischer Ideenwettbewerb
Wettbewerbsergebnis
3. Preis
Leistung
Landschaftsarchitektur · Freianlagenplanung
Landschaftsarchitektur
ensphere GmbH
Architektur
DFZ Architekten
Rolle
Project Manager & Landscape Design Lead — Dimitra Theochari

Bildnachweis

Lagepläne, Schnitte und Modell © ensphere GmbH. Axonometrie © DFZ Architekten.

Alle Zeichnungen und Abbildungen verbleiben © bei den jeweiligen Büros.

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